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Nachhaltigkeit im Fuhrpark – mehr als Imagesache?

Bei allen Diskussionen in der Gesellschaft und Entwicklungen rund um das Thema Klimaerwärmung und Umweltschutz erwartet man, dass auch in Unternehmen sich Nachhaltigkeit mittlerweile zur Chefsache entwickelt hat. Weit gefehlt. Wie die dpa mitteilt, geht aus einer aktuellen Studie der Personalberatung Russell Reynolds hervor, dass knapp die Hälfte der 89 befragten Vorstände in Deutschland Nachhaltigkeit aus Marketinggründen betreiben. Mit einem positiven Image in dieser Hinsicht lässt sich besser vom Wettbewerb differenzieren. Es ist sogar davon die Rede, durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen nicht notwendigerweise Wertschöpfungssteigerungen zu erzielen, sondern „Reputationsrisiken zu managen“. Besonders interessiert uns hierbei die Nachhaltigkeit im Fuhrpark.

Spielt der Fuhrpark wirklich eine Rolle?

Dabei ist es unstrittig, dass jeder, der die Möglichkeit hat, aktiv seinen Beitrag für den Klimaschutz leisten muss. Einerseits ist es im Interesse aller, die Folgen des Klimawandels in irgendeiner Form zu begrenzen. Anderseits sprechen aber nicht mehr nur ideelle Gründe und der Blick auf Folgegenerationen für Umweltengagement: Durch immer höhere Energiepreise und CO2-Abgaben steigen Kosten für Unternehmen auch in Zukunft stetig an. Ob Fuhrparkkosten dabei in den Fokus kommen, hängt vom Geschäftsmodell ab. In Firmen mit CO2-intensiver Produktion wird die Fahrzeugflotte möglicherweise nachrangig sein. Bei Beratungsunternehmen, Software-Entwicklern oder Vertriebsorganisationen machen sich höhere Energiekosten in der Unternehmensflotte schneller bemerkbar. Schon bei den Kraftstoffpreisen wird es deutlich: Im Januar 2022 sind laut ADAC die Preise für Benzin um 23,6% über dem Vorjahresmonat. Bei Diesel sind es sogar 29,4% Steigerung gegenüber Januar 2021.

Was kostet Nachhaltigkeit?

Was aber kann ein Unternehmen tun, das nicht bei Imagepolitur bleiben möchte? Für das Nachhaltigkeit über das Marketing hinaus ein Bestandteil der Unternehmensstrategie ist. Und auch die Bereitschaft da ist, für die Umwelt zumindest etwas Geld in die Hand zu nehmen. Ja, eine Investition ist zwar bei manchen Maßnahmen erforderlich. Aber nicht in jedem Fall. Wie hoch Kosten ausfallen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Können Mitarbeiter z.B. Elektrofahrzeuge auf dem Firmengelände oder in der Nähe laden? Sind öffentliche Verkehrsmittel oder ein Jobrad eine sinnvolle Alternative für Mitarbeiter? Man muss auch nicht zwingend direkt mit einer eigenen Ladeinfrastruktur an den Start gehen. Wer aber einfach mal anfangen möchte, dem dienen nachfolgende Punkte eventuell als Anregung.

6 Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit im Fuhrpark
  • Definieren Sie klare CO2-Ziele für Ihren Fuhrpark für die kommenden Jahre

  • CO2-bezogene PKW-Budgets und CO2-Obergrenzen in PKW Richtlinien empfehlen sich gerade für User-Chooser Flotten

  • Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter zum Fahrzeug-Downsizing: kleinere Fahrzeuge heißt meist auch geringerer CO2-Ausstoß

  • Besonders für Vielfahrer bieten sich Fahr-/Spritspartrainings an

  • Ist Elektromobilität für Ihre Flotte wirklich sinnvoll? Wenn ja, nutzen Sie es. Aber: Hybridfahrzeuge als reines Steuersparmodell für Dienstwagennutzer bewirken für die Umwelt meist das Gegenteil.

  • Bei längeren Fahrstrecken (z.B. ab 3 Stunden Fahrtzeit) könnte der Zug eine Alternative sein. Dies schont nicht nur die Umwelt, auch lässt sich die Reisezeit besser nutzen.

Der Autor

Timo Darr

Timo Darr

Timo Darr ist Gründer und Inhaber von darr mobility concepts.

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